Lingen, den 06. März 2006 –
hk – Gerade wurde die neue
BeluTec-Technologie der Lüftung im Industrietor auf der diesjährigen
internationalen Fachmesse für Rollladen, Tore und Sonnenschutz, R+T,
in Stuttgart mit dem Innovationspreis 2006
ausgezeichnet. Schon glänzt das Lingener Unternehmen mit der nächsten
Weiter-entwicklung: das BeluTec-ArenaTor. Der neue Tortyp entstand, wie
die meisten seiner Vorgänger auch, durch ein Sonderbau-Projekt: in
diesem Fall kein geringeres als die Allianz Arena in München.
Hohe Anforderungen
Durch die offene Gestaltung der Allianz Arena mussten Fans des FC Bayern
und vom TSV 1860 München sowie die ihrer Gegner bei kühleren
Temperaturen frieren und im Durchzug sitzen. Also, so die Aufgabe an Bernhard
Lucas, Geschäftsführung BeluTec, sollten die 16 Eingangsbereiche
nachträglich mit insgesamt 48 Windschutz-toren unterschiedlicher
Größe bestückt werden! Zusätzlich gab es von allen
Beteiligten spezielle Anforderungen: Im geschlossenen Zustand sollen die
Tore nicht sichtbar, also flächenbündig sein (Architekten).
Die komplette Breite der Tore muss im geschlossenen Torzustand als Fluchtweg
zu öffnen sein, und am Boden dürfen keine Schwellen den Durchgang
behindern (Behörden/Feuerwehr). Für die hohe Rasenqualität
müssen die Tore in der spielfreien Zeit für die Belüftung
des Grüns zu öffnen, und die 48 Tore müssen über eine
zentrale Schalteinrichtung zu bedienen sein (Betreiber der Allianz Arena).
Die Entwicklung des ArenaTores
Die Basis für den neu zu entwickelnden Tortyp bildete das neue Belutec-Industrietor
mit Lüftung. Das Team um Bernhard Lucas kreierte ein zweiteiliges
Sektionaltor, bis zu 6,80 m breit, aus einer stabilen Stahlrahmen-Konstruktion
mit innerer und äußerer Loch-blechverkleidung. Die Höhe
der unteren Sektion beträgt etwa 2,25 m, wodurch sich stabile, vierflügelige
Türen ohne Bodenschwelle installieren lassen. Die obere Sektion ist
nach dem Prinzip „Lüftung im Industrietor“ abkippbar.
Somit ist auch die geforderte Flächenbündigkeit zur oberen Blende
und zu den seitlichen Führungsschienen möglich. Durch lediglich
zwei Elemente mit flächenbündig glatter Verkleidung ähnelt
die Ansicht der Tore im geöffneten Zustand einer sauber abgehängten
Decke.
Das BeluTec-ArenaTor ist bereits zum Patent angemeldet, denn die Lingener
sehen in dieser Innovation ein lukratives Potential auf dem europäischen
Markt.
Antriebstechnik
Die obere Sektion wird über eine Mechanik mit speziellen Antrieben
nach hinten gekippt. Über den am Ende der waagerechten Führungs-schienen
angebrachten Wellenantrieb wird das gesamte Torblatt über vorne angeordnete
Umlenkrollen mittels Seilen hochgezogen.
Mit einer speziell entwickelten Ablaufsteuerung können alle 48 Tore
der Allianz Arena zentral und einzeln bedient werden. Alle Sicherheits-einrichtungen
wie Lichtschranken, Schlaff-Seil-Schalter etc. wurden nach der neuesten
EU-Norm EN 13241-1 vom TÜV Nord abgenommen.
Phänomen Lochblech
Windschutztore und Lochblech – das klingt nach Gegensätzen.
Das Unglaubliche ist nicht nur möglich, sondern auch unfassbar funktionell!
Ein spezielles Lochblechraster, das innen und außen um 90° verdreht
ist, lässt eisigen Wind zwischen den Blechen verwirbeln. Selbst bei
Sturm kann im Innenraum eine Kerze ungehindert brennen. Gleichzeitig ist
Luftaustausch möglich. So ist für die 70.000 Besucher der Allianz
Arena Frischluftzufuhr ohne Zug gewährleistet. Einen weiteren Vorteil
bildet die mögliche Sicht von innen nach außen, nicht aber
umgekehrt.
Bewältigung der Besonderheiten
Von der Auftragserteilung bis zur Endmontage in der Allianz Arena hatte
BeluTec drei Monate Zeit. Am Tag des Bundesliga-Rückrundenbeginns
musste alles eingebaut sein. Wenig Zeit, wenn man bedenkt, dass alle Tore
feuerverzinkt und pulverbeschichtet sind, dass bei einem ellipsen-förmigen
Fußballstadion alle Tore unterschiedliche Maße haben, kein
Pfeiler parallel zum anderen oder rechtwinklig zum Tor steht. 48 separate
Konstruktionen mit unterschiedlichen Konsolen. „Logistisch konnten
wir das nur bewältigen, indem wir jeden der 16 Eingangsbereiche als
gesonderten Auftrag abgewickelt haben,“ erklärt Lucas.
Die Feiertage im Dezember haben das Unternehmen zusätzlich unter
Druck gesetzt. Zum krönenden Abschluss hatte BeluTec mit harten Arbeitsbedingungen
zu kämpfen. Die Montagephase fiel in die längste Kälteperiode
seit Jahren. Bis zu 40 Monteure gleichzeitig haben in der kalten Zugluft
gearbeitet – denn die ist bekanntermaßen erst nach dem Einbau
der Tore beseitigt.
Flexibilität und Engagement
Im Lingener Stammwerk ließ das Projekt Allianz Arena indes die „Just
in Time“-Produktion auf Hochtouren laufen. Die Maschinen liefen
dreischichtig. Schlosserei, Verzinkerei, Beschichtung, Zusam-menbau, Transport
und Baustellenmontage waren in Tag- und Nachtschichten passgenau aufeinander
abgestimmt. Täglich pendelte ein LKW zwischen Lingen und München.
„BeluTec kann die Abwicklung eines solchen Spezialprojektes wie
der Allianz Arena durch die Kombination von drei maßgeblichen Faktoren
ermöglichen: erstens die Flexibilität und das Engagement unserer
Mitarbeiter, zweitens unser umfangreiches technisches Spezialwissen und
die Erfahrung in der Abwicklung von Groß- und Sonderaufträgen
sowie drittens die uns zur Verfügung stehende Fertigungstiefe mit
den entsprechenden Maschinenanlagen,“ erklärt Bernhard Lucas
nicht ohne Stolz. |